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Grünes Haus für grüne Stiftung |
Das 185 Mitarbeiter beherbergende Stiftungshaus– ein silberner Kubus mit rundum verglaster Beletage – gehört mit einem Primärenergieverbrauch von nur 55,7 kWh/m2 zu den Vorreitern des energieeffizienten Bauens. Eine derartige Energiebilanz ist das Resultat eines ausgeklügelten Gebäudekonzeptes, das unter anderem auf Hochleistungs-Wärmedämmgläser setzt.
Alle vom Glaskontor Erfurt gelieferten Scheiben für die Außenfassade (insgesamt ca. 1.800 m2) haben einen Ug-Wert von nur 0,6 W/Km2 und verfügen über einen „Warme Kante“-Edelstahl-Abstandhalter. Zusätzlich sind die Gläser der Fassade mit Sonnenschutzfunktion ausgestattet: Die Verglasung der Beletage ist mit grün eingefärbtem SGG PARSOL-Sonnenschutzglas mit einem Lichtransmissionswert TL von 65 % bestückt, vom 2. bis zum 5. Stock findet sich SGG COOL-LITE SKN 174 sowie vorgespanntes SGG COOL-LITE SKN 174 II mit einem TL-Wert von jeweils 68 %. Das hohe Gewicht der Dreifach-Isoliergläser stellte dabei besondere Anforderungen an den Einbau: Die Montage der jeweils 800 kg schweren Scheiben der Beletage konnte nur mithilfe einer Saugbatterie mit einer Tonne Hebefähigkeit bewältigt werden. Die Scheiben des 2. bis 5. Obergeschosses – jeweils 250 kg schwer – hob ein auf dem Gebäudedach platzierter Minikran an die richtige Stelle.
Innovative Ideen bei Kühlung und Heizung
Das Gebäude der Heinrich-Böll-Stiftung ist mit einem besonders energiesparenden Kühlsystem ausgestattet. Brüstungsgeräte mit Hochleistungswärmetauschern, in denen im Sommer Wasser mit einer Temperatur von 20° C zirkuliert, versorgen die Räume per Mini-Ventilator mit gekühlter Luft. Auch bei Außentemperaturen von 30° C steigt die Raumtemperatur nicht über einen Maximalwert von 25° C. Das dafür benötigte Kühlwasser wird über einen so genannten adiabatischen Rückkühler im Keller des Gebäudes erzeugt: Auf seinen Rohren wird Stadtwasser versprüht. Dabei entsteht Verdunstungskälte, die die Kühlwassertemperatur wieder auf 20° C reduziert. So gekühlt gelangt das Wasser zurück in den Kreislauf. Durch dieses System wird in der Heinrich-Böll-Stiftung zehnmal effizienter gekühlt als mit herkömmlichen Systemen.
Mit dem GreenCIO-Award ausgezeichnet ist die Idee der Planer, die Abwärme der IT-Server als Heizenergie in die Gebäudetechnik zu integrieren. Zu diesem Zweck werden die Server in so genannten Cool-Racks mit Wasser gekühlt – das erwärmte Kühlwasser wird wiederum in das Heizsystem eingespeist.
Glas als gestalterisches Mittel
Da das Gebäude nicht nur den ökologischen, sondern auch den ästhetischen Ansprüchen der Stiftung genügen soll, wurden beim Glas nicht allein die hervorragenden Wärmedämmeigenschaften moderner Verglasung ausgenutzt. Im Inneren des Hauses setzen farbige Trennwände aus Verbund-Sicherheitsglas Akzente: In den Büros bringen gläserne SGG CONTRAFLAM-Brandschutzwände mit grüner Folie Farbe ins Spiel, im Konferenzsaal gläserne Trennwände mit orange gefärbten Folien.
Die Heinrich-Böll-Stiftung bietet in ihrem Haus zahlreiche Veranstaltungen und Seminare zur politischen Bildung an. Die Beletage dient dabei als Konferenz- und Tageszentrum und bietet bis zu 300 Teilnehmern Platz. Die Baukosten betrugen 10,4 Millionen Euro. Metallbauer war die Metallbau Möller GmbH & Co.KG, Erfurt, das Energiekonzept sowie Bauphysik und TGA-Planung wurden vom Züricher Planungsbüro Basler & Hoffmann übernommen.
Aachen, September 2008